Kaschmir oder Pashmina – der ehrliche Vergleich

Kaschmir und Pashmina werden im Handel oft wie zwei verschiedene Materialien behandelt. Das sind sie nicht. Pashmina ist eine besonders feine Form von Kaschmir – der Unterschied liegt in der Faserstärke und in der Herkunft der Tiere, nicht in der Faserart selbst.
Der eigentliche Unterschied
Kaschmir stammt vom Unterfell der Kaschmirziege. Als Pashmina bezeichnet man traditionell die feinste Qualität dieser Faser, gewonnen von der Changthangi-Ziege im Himalaya. Die Faser misst dort etwa 12 bis 15 Mikron, gegenüber 15 bis 19 Mikron bei handelsüblichem Kaschmir.
- Feinheit: Pashmina 12–15 Mikron, Kaschmir 15–19 Mikron
- Verarbeitung: Echtes Pashmina ist zu fein für Maschinen und wird von Hand gesponnen und gewebt
- Menge: Eine Ziege liefert pro Jahr rund 80 bis 170 Gramm verwertbares Unterhaar
- Preis: Der höhere Preis von Pashmina ergibt sich aus Feinheit und Handarbeit, nicht aus dem Markennamen
Woran Sie echte Qualität erkennen
Ein verlässlicher Test ist der Griff: echter Kaschmir fühlt sich warm an, nicht glatt-kühl wie Viskose. Halten Sie das Tuch gegen das Licht – handgewebte Stücke zeigen eine leicht unregelmäßige Webstruktur. Und reiben Sie die Faser kurz zwischen den Fingern: Kaschmir fusselt anfangs leicht, Kunstfaser knistert und lädt sich statisch auf.
Was heißt das für Ihren Kauf?
Für den täglichen Gebrauch – Pullover, Jacken, Decken – ist hochwertiger Kaschmir die praktischere und robustere Wahl. Für ein besonders leichtes, elegantes Tuch, das kaum aufträgt, lohnt sich die feinere Pashmina-Qualität. Beide stammen bei uns aus derselben Werkstatt in Pokhara und werden auf demselben Handwebstuhl gefertigt.